… und sie ist raus

… oder auch nicht

Er darf sich in Deutschland aufhalten, aber nicht arbeiten. Die meisten seiner Jobs sind prekär: Schwere körperliche Arbeit – oft auf Baustellen – für vier bis fünf Euro die Stunde.

Aber durch einen deutschen Freund hat er gelegentlich – manchmal für ein paar Tage und manchmal für ein paar Wochen – einen Putzjob, der mit Mindestlohn bar auf die Hand vergütet wird. Zwei oder drei Stunden sind es. Er muß dann in einem Tempo arbeiten, daß er völlig durchgeschwitzt ist und nicht einmal Zeit für eine Toilettenpause ist, denn der Betrieb öffnet auf die Minute pünktlich für die Kundschaft. Der Chef mag ihn, weil er zuverlässig, freundlich und ehrlich ist.

Letzte Woche hat der Chef gefragt, ob er nicht die Stunden von einer Kollegin mit übernehmen möchte. Die ist dem Chef zu langsam und soll deshalb ersetzt werden. Er bräuchte das Geld dringend für die Familie zuhause. Zum Chef hat er gesagt: Wenn 70jährige Frau hier arbeitet, dann braucht Geld. Kann ihr nicht wegnehmen Arbeit. Fühle mich sonst schlecht. Wenn Frau im Urlaub, dann ich mache ihre Arbeit – sonst nicht. Solche Geld bringt kein Glück. 

Der Chef hat ihm am nächsten Tag zwanzig Euro zusätzlich gegeben.

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3 Gedanken zu „… und sie ist raus

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